Das kindliche Spiel
 

Eine wichtige Möglichkeit, sich selbst und sich im Umgang mit anderen zu erproben, sowie zu erfahren, erhalten unsere Kinder durch das freie Spiel. Spiel ist die „Arbeit“ der Kinder. Es prägt die Persönlichkeit, die Interessen, Ausdauer, Fantasie, Kreativität. Das eigene Experimentieren und Austesten gibt ihnen die bestmögliche Chance, mit anderen in Kontakt zu treten und letztendlich Freundschaften zu schließen. Zusätzliche Möglichkeiten, sich zu erproben, bekommen die Kinder in der „Wilden 13“ beispielsweise durch besondere Ausflüge, durch die Kita-Übernachtung und die alljährliche viertägige Freizeit.

Mit dem entsprechenden Vertrauen in die kindlichen Fähigkeiten und der angemessenen Begleitung in schwierigeren Situationen, bleibt dem Kind die freie Entscheidung über seine Beschäftigung und die Spielpartner. Dies bedeutet allerdings nicht, dass das Kind völlig sich selbstüberlassen seine Zeit verbringt.

Freies Spiel ist die Vielfältigkeit des Spiels. Das Kind bestimmt es selbst. Es nutzt das vorhandene Angebot und lernt durch seine Erfahrungen. Es lernt sich zu entscheiden.

Über das Spiel im oben genannten Sinne entwickelt das Kind auch die Fähigkeit, sich eine besonders gewünschte Tätigkeit / Sache zu erarbeiten, aus eigener Kraft ein Ziel zu erreichen. Dies alles ist eine Entwicklung innerhalb der ersten sechs Lebensjahre mit Blick auf die Schulzeit. Lernen von Anfang an!

Auch das soziale Lernen erfährt seine indirekte Förderung über das selbst entschiedene Freispiel. Das eigene Experimentieren und Austesten schafft intensive Erfahrungen mit sich selbst und den anderen und gibt so die Chance, mit den Menschen der eigenen Umgebung besondere Beziehungen herzustellen.

Das angeleitete Spiel hat eine ergänzende Funktion. Es ist erforderlich zur erweiterten Anregung, zur Vermittlung von unterschiedlichen Ideen, für Verschiedenartigkeiten und zur Wissensvermittlung.

Spielen ist deshalb alles,

  • was das Kind interessiert,
  • was es aus freien Stücken macht,
  • wozu es Lust hat,
  • was seine Neugier anregt aber auch stillt,
  • was seine vorhandenen Fähigkeiten weiterentwickelt und nicht durch zu viel Vorgabe (durch Erwachsene) einengt,
  • was dadurch, dass es bereits geübt und bekannt ist, besondere Sicherheiten vermittelt.

Spielen bedeutet: für die Kinder das Ausleben von Bedürfnissen, Verarbeiten von Situationen, Zeitvertreib, Spaß haben, Sicherheit gewinnen.

Spielen (das Wie): verändert sich in seiner Art, Intensität, Verschiedenartigkeit je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes, verändert sich aber auch an den veränderten Lebenssituationen: Spielen wird gelernt – Spielen ist Lernen. Uns geht es darum, die Neugier und den Wissensdrang der Kinder nicht zu unterdrücken, denn beides macht Lust auf mehr Wissen.

Uns ist es wichtig, Spielmöglichkeiten, -angebote, -tätigkeiten zu schaffen, die vom üblichen Konsumverhalten unserer Zeit abweichen. Egal, was man alles kaufen kann: MP3-Player, Computer- und Videospiele, Plastikspielzeug à la Barbie, Fernsehen, Autos, Smartphones, große Reisen.
Kinder können spielerisch in ihre Fähigkeiten hineinwachsen. Sie spielen mit Spaß, oft ohne sichtbares Ergebnis für Erwachsene. Sie spielen immer und überall.
Situationsgegeben entwickeln sich Projekte, beispielsweise zu Themen wie „Wüste“ oder „Dschungel“ oder bezogen auf unterschiedliche Materialien, die alle Altersstufen ansprechen.
Dabei geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch experimentelle Erfahrungen, Spaß und die kreative Ausgestaltung.
Diese ganzheitliche Methode ist für Kinder sehr gut geeignet, sich auch komplexen Themen zu nähern und diese mit allen Sinnen zu erfahren und kognitiv zu durchdringen.

Dabei gilt es, die Neugierde des Kindes zu wecken, zu fördern sowie zu erhalten und Wege zu finden, bei denen Kinder eigene Gedankengänge entwickeln können, um so selbst auf die Lösung gestellter Aufgaben zu kommen. Wir sind der Ansicht, dass ein Kind die Welt nur aktiv wahrnehmen und Zusammenhänge erschließen kann, wenn es sich mit allen Sinnen seine Umwelt aneignet.
Aus diesem Grund sind wir bemüht, unsere Räumlichkeiten und das Außengelände der Wilden 13 möglichst individuell und für Kinder anregend zu gestalten. In diesem Zusammenhang wollen wir beispielhaft zwei Besonderheiten unseres Außengeländes nennen: unser Matschloch und unsere Kletterbäume.

Der Gruppenraum ist der Mittelpunkt der Krippe und bietet Platz für unterschiedliche Aktivitäten. Der großzügige und lichtdurchflutete Raum mit seinen vielfältigen Materialien bietet Platz zum Erkunden, Spielen und Wohlfühlen.

Der Boden ist ein guter Spielraum, der kreative Anregungen zum Fühlen, Tasten und Entdecken bietet. Da alle unsere Räume über Fußbodenheizung verfügen, ist es jederzeit möglich, auch ohne Kleidung taktile Wahrnehmung zu erleben.
Die Räume sind nach den Bedürfnissen und Erfordernissen der Kinder eingerichtet. Wir legen sehr viel Wert auf Naturmaterialien und versuchen, Kunststoff möglichst zu vermeiden. Bei unseren Kindern sind einfache Materialien wie Muscheln, Holzringe, Papprollen, Dosen etc. sehr beliebt. Ein Großteil der Materialien wird so angeboten, dass die Kinder sie selbst erreichen können. Das einzelne Kind soll nach seinen Bedürfnissen selbst auswählen oder zumindest darauf zeigen können, wenn es damit spielen möchte. Kleister, Farben, Stifte und Scheren werden im Alltag gezielt angeboten.
Die Grob- und Feinmotorik wird durch Schöpf- und Schüttübungen mit Materialien wie Wasser, Sand usw. gefördert.
Erste mathematische und physikalische Erfahrungen werden bereits im Krippenalter, durch unterschiedliche Formen und Größen von Dosen und Gläsern, die zu befüllen sind, gemacht .

Uns ist es wichtig, für Kinder Orte der Geborgenheit zu schaffen.

Das "blaue Sofa" bietet vielfältige Möglichkeiten, nicht nur zum "Hüpfen". Hier wird auch gerne gekuschelt und werden Bücher angeschaut. Beliebt sind bei den Kindern Bücher über Fahrzeuge aller Art und Tierbücher.
Erste Vorlesebücher wie "Bobo Siebenschläfer" oder "Die Raupe Nimmersatt" werden oft vorgelesen, besprochen und es werden Lieder dazu gesungen. Wir erleben, dass unsere Zweijährigen diese Geschichten schon mit Freude an der Sprache altersgemäß nacherzählen.

Vom "blauen Sofa" aus kann das Kind die Gruppe und das Geschehen beobachten.
Auch der Schlafraum bietet Rückzugsmöglichkeiten: Höhlen bauen, Ausruhen und Rollenspiele…..

Wie funktioniert die Welt?

KINDER LERNEN DURCH SOZIALE INTERAKTION MIT ANDEREN

  • Spielen
  • Wahrnehmen
  • Beobachten
  • Begreifen
  • Nachahmen
  • Interagieren
  • Wiederholen
  • Variieren

„Ko-konstruktion als pädagogisches Prinzip….
versteht Bildung als sozialen Prozess, in den alle Beteiligten gleichermaßen involviert sind……“ (HBP)

Wir verstehen uns als Impulsgeber für Kinder, die Raum und Zeit brauchen, um sich ein Bild von dieser Welt zu machen.