Das Meisterstück in der „Wilden 13“: eine Schultüte

Vorschulerziehung ist aufbauende und entwickelnde Begleitung, die schon mit der Aufnahme in die Kita beginnt und Schritt für Schritt mit dem Älterwerden des Kindes verbunden ist. Mit sechs bis sieben Jahren ist dann eine körperliche und geistige Entwicklung erreicht – wenn die entsprechende, aufmerksame Begleitung im Vorfeld erfolgen konnte – die man „Schulreife“ nennt. Tatsächlich braucht ein Kind nun mehr, andere, neue Herausforderungen, die z. B. eine gute Schule bieten kann.
Unsere Vorschulerziehung beschäftigt sich überwiegend mit sozialen Lernfaktoren und begleitend praktischen Fähigkeiten für das alltägliche Leben. Die Ich-Stärkung des Individuums steht an erster Stelle: das Kind braucht Raum und Zeit, seine Selbsterkenntnis, -bewusstsein, -einschätzung, -vertrauen und die Selbständigkeit zu entwickeln und zu stabilisieren. Das Kennenlernen sozialer Strukturen und Notwendigkeiten in Gruppen (Familien, Kindergruppe) begleitet diese Entwicklungsphase. Das Kind soll sich und andere kennen und verstehen lernen, eine soziale Kompetenz entwickeln. Wichtig ist uns außerdem die positive Selbstwahrnehmung und die Entwicklung der Selbstdarstellung. Das Kind soll sich verständlich äußern können und seine Meinung darstellen können. Es soll eine positive emotionale Intelligenz erreichen.

Dies wird in unserer pädagogischen Praxis gefördert
· durch das individuelle, übersichtliche, familiäre Miteinander der Kinder und der Bezugspersonen in der „Wilden 13“
· und die damit entstehende verlässliche Bindung und Beziehung
· durch wöchentlich stattfindende Aktionen, die auf die Lernbedürfnisse der Vorschulkinder eingehen, z.B. Experimentierkreise und Schultütenwerkstatt
· aber auch durch alltägliches situatives Arbeiten (z.B. spontane Projekte) mit den Vorschulkindern

Eines dieser Projekte ist das jährliche Herstellen von Schultüten in der „Schultütenwerkstatt“, bei der jedes Kind auf seine Art und Weise, ganz individuell nach seinen Wünschen eine eigene Schultüte anfertigen kann.

Die Herstellung einer Schultüte entspricht dem ganzheitlichen Ansatz: Kreativität, gestaltende Fähigkeiten, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen sind notwendig, aber auch handwerkliches Geschick und intellektuelle Möglichkeiten werden ausgeschöpft.